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TimeMap Berlin, eine “Zeitlupe” zur Entwicklung der Hauptstadt

Im Februar haben wir über TimeMap berichtet, ein neues Tool der englischen Agentur Shoothill, mit dem sich historische Karten und Pläne in Bing Maps einblenden lassen.

Nun hat Shoothill in Kooperation mit Culture to go und dem Stadtplan-Portal alt-berlin.info von Mirko Tamkus TimeMap erstmals in Deutschland eingesetzt. Für TimeMap Berlin haben wir aus dem reichen Fundus von alt-berlin.info vier historische Karten ausgewählt, an denen sich die städtebauliche Entwicklung Berlins von der Gründerzeit bis heute besonders gut verfolgen lässt.

Eine Karte von 1869 zeigt die Situation unmittelbar vor der rasanten Stadterweiterung in den Gründerjahren.

TimeMap Berlin, Karte von 1869

Wie man sieht, erstreckten sich im heute dicht bebauten Wilmersdorf damals noch Felder und Wiesen.  Über den Fade-Schieber kann die historische Karte stufenlos ein- und ausgeblendet werden. So erkennt man zum Beispiel sehr schön, welche Straßenzüge alten Wegen folgen (Uhland- und Güntzelstraße) und welche bei der Stadterweiterung neu angelegt wurden.

Der Stadtplan von 1893 zeigt die bereits voll entwickelte Metropole Berlin, der Plan von 1926 die Situation vor den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs.

TimeMap Berlin, Karte von 1926

Besonders beeindruckend ist ein von Karl-Heinz Wirth gezeichnetes Luftbild der westlichen Innenstadtbereiche von 1957. Es zeigt den Zustand Berlins vor den großen Wiederaufbaukampagnen der 1960er und 1970er Jahre.

 TimeMap Berlin, gezeichnetes Luftbild von 1957

Die hier gezeigte Partie zwischen Nollendorf- undLützowplatz, also mitten in der City West, zeigt, dass noch zwölf Jahre nach Kriegsende ganze Blocks in Trümmern lagen.

Shoothill hat seit der ersten Version noch einmal erheblich in die Weiterentwicklung des Tools investiert. Das Design der grafischen Benutzeroberfläche ist nun sehr viel eleganter, und mit den Schiebereglern zur Einstellung von Rahmengröße und Transparenz sind zwei wichtige Funktionalitäten hinzugekommen.

Was uns an dem TimeMap-Konzept besonders fasziniert, ist die Leichtigkeit, mit der man sich durch das historische Material bewegt. Das Zusammenspiel des in Microsoft Silverlight programmierten Tools mit Bing Maps (wahlweise Luftbild oder Karte) funktioniert völlig reibungslos. Das ermöglicht eine fast spielerische Beschäftigung mit Geschichte. Hier wird authentisches Material unterhaltsam präsentiert, ein Ansatz, der sicher auch für Bildungsprojekte und Museen interessant ist.

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Posted in Cutting Edge, Kulturtourismus.

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3 Responses

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  1. Anne Pöttgen says

    Ich war 1957 zum ersten Mal in Berlin, Gegend Nollendorfplatz und kann mich gut an mein Entsetzen über die vielen leeren Grundstücke erinnern

  2. admin says

    Noch in den 1990ern war rund um die Hofjägerallee eine große Brache, heute prangen dort die CDU-Zentrale, Mexikanische Botschaft, Nordische Botschaften, Chinesisches Kulturzentrum …

Continuing the Discussion

  1. Hypercities - hisotrische Karten und Geo-Informationen in Google Maps | Culture to go Blog linked to this post on 13. Dezember 2010

    [...] Juli haben wir über TimeMap Berlin berichtet, ein Silverlight-basiertes Tool von Shoothill, mit dem sich historische Karten nahtlos in Bing Maps [...]



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