Während es inzwischen zahlreiche Museums-Apps gibt, sind Museen und Kultureinrichtungen im Mobile Web bislang kaum vertreten. Wir sammeln an dieser Stelle Beispiele für Museums-Websites, die für die Nutzung mit dem Browser eines Smartphones angepasst sind. Eine ganz neue Entwicklung: Web Apps, die in ihrer Funktionalität Apps nahe kommen, aber plattformunabhängig über den mobilen Browser aufgerufen werden. Für Hinweise auf weitere Beispiele sind wir dankbar; bitte benutzen Sie dazu die Kommentarfunktion.
- Industrial Tampere (Web App)
- Walker Art Center, Minneapolis
- National Postal Museum, Washington
- Oberschlesisches Landesmuseum, Ratingen
- Brooklyn Museum, New York
- Indianapolis Museum of Art
- Projekt Open Museum, USA
Industrial Tampere – Führer zur Industriekultur als Web App
Das Museum Centre Vapriikki hat eine Mobile Tour zur Industriekultur von Tampere (Finnland) als Web App realisiert. Wie das System funktioniert, zeigt unser Screencast bei Screenr.
Auf der Website der Agentur Zonear ist ein voll funktionsfähiges Modell verfügbar, mit dem der oben erwähnte Screencast und die Screenshots gemacht wurden. Hinzu kommt eine Ortungsfunktion, die über das kleine Fadenkreutz unten links aufgerufen werden kann.
Mobile Website des Walker Art Center, Minneapolis
Das Walker Art Center in Minneapolis hat im Herbst 2011 einen vielbeachteten Relaunch seines gesamten Webauftritts gestartet (siehe hierzu den Blogpost von Seb Chan). Bei dieser Gelegenheit wurde auch eine mobile Version der Museumswebsite geschaffen, die automatisch aufgerufen wird, wenn man die URL mit einem mobilen Browser ansteuert.
Das verwendete Template passt die Inhalte konsequent an die Anforderungen der Benutzung über den Touchscreen an. So lässt sich die Navigation über einen Button oben links bildschirmbreit ausklappen.
Mobile Website des National Postal Museum (Smithsonian Institution)
Über eine eigene Webadresse (/mobile) bietet das National Postal Museum in Washington seinen mobilen Besuchern ein für den Smartphone-Bildschirm optimiertes Internetangebot.
Die Seiten sind vorbildlich auf die besonderen Anforderungen mobiler Browser abgestimmt. Das Informationsangebot beschränkt sich auf einführende Texte und Übersichten, weiterführende Informationen können über externe Links aufgerufen werden. Dabei verlässt der Nutzer die mobile Website und gelangt zu nicht für die mobile Nutzung aufbereitete Inhalten.
Innovativ ist die Einbindung von Dokumenten im E-Book-Format: Bei einem Übersichtsplan zu den Ausstellungsflächen erhält der Nutzer über einen eingeblendeten Button die Möglichkeit, das Dokument als E-Book aufzurufen. Er kann es dann in Apples iBooks, Stanza oder Bluefire anschauen, mit allen Funktionalitäten, die diese mobilen E-Reader zur Verfügung stellen.
In diesem Fall wird es sich kaum lohnen, für das Anschauen des simplen, einseitigen Dokuments eigens einen externen Reader zu starten. Das Prinzip ist aber ausbaufähig, wenn man etwa an die Einbindung von Katalogen im E-Book-Format denkt. Schön, dass der Nutzer den E-Book-Reader selbst wählen kann.
Oberschlesisches Landesmuseum, Ratingen
Die mobile Website des Oberschlesischen Landesmuseums wurde mit Joomla! mobil realisiert. Sie verfügt über eine Browsererkennung. Der Smartphone-Nutzer gelangt also automatisch auf die mobile Version der Internetpräsenz. Das mobile Template ist sehr gut an die Darstellung im mobilen Browser angepasst, nur beim integrierten Kalender und der eingebundenen Google Map hapert es etwas.

Brooklyn Museum, New York
Website
Das Brooklyn Museum bietet den mobilen Nutzern seiner Website ein deutlich reduziertes, für den mobilen Browser aber sehr gut aufbereitetes Informationsangebot. Aus diesem Angebot für das Mobile Web hat das Brooklyn Museum eine iPhone-App generiert, die letztlich nur einen Rahmen für die mobile Website schafft. Die nachstehenden Screenshots zeigen links die Browser-Version, rechts die iPhone-App.
Indianapolis Museum of Art
Website
Die mobile Website des Indianapolis Museum of Art (IMA) bietes Basisinformationen wie Öffnungszeiten, Veranstaltungen und Ausstellungen. Der Button “100 Acres” führt zu einer externen, ebenfalls für die mobile Nutzung aufbereiteten Website zu einem Ausstellungsprojekt im Freigelände mit Kartenmodul und Videos. Der IMA-Blog nutzt das WordPress-Plugin WPTouch Pro. Fügt man die mobile Website dem Homebildschirm des iPhones hinzu, läuft sie im Vollbildmodus, also ohne die Browsertypischen Bedienelemente anzuzeigen.
Projekt Open Museum
Website
Das Internet-Projekt Open Museum hat sich zum Ziel gesetzt, eine virtuelle Ausstellungsfläche für Künstler, Museen und Kunstfreunde zu schaffen. Für Smartphone-Nutzer ist das Portal auch in einer für den mobilen Browser optimierten Darstellungsform verfügbar. Bisher (Stand: Januar 2011) sind drei Kunstmuseen und drei historische Stätten auf Open Museum vertreten:
- North Dakota Museum of Art
- Hood Museum of Art
- Mattress Factory
- Norwich Historical Society
- National Museum of Georgian Folk Songs and Musical Instruments
- Calvin Coolidge State Historic Site
Gerade die drei Kunstmuseen nutzen das Portal von Open Museum, um ihren mobilen Nutzern browserbasierte Führungssysteme anzubieten. Besucher können Touren durch die Sammlung nutzen, bei denen zu ausgewählten Werken Audio- und manchmal auch Video-Material zur Verfügung steht.









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